Suche

CONTEMPORARY ART DIALOGUES

Chapter 1

Kategorie

Allgemein

Weinfelden, 22.8. – 6.9.2015

dialogues_front
Ausstellungsprojekt im Sommeratelier Remise Weinfelden mit Beiträgen von Karin K. Bühler, Beat Huber, Raphael Perret und Michelangelo Pistoletto.
Kuratiert von: Nadja Baldini. In Kooperation mit: Francesca Brusa und Tiziana Monterisi, Città dell’Arte, Biella (IT). Initiiert von: Karin K. Bühler. Im Auftrag der Kulturkommission Weinfelden. In Komplizenschaft mit den Winzern vom Ottenberg: Broger Weinbau, Schlossgut Bachtobel, Weingut Burkhart und Weingut Wolfer. Mit finanzieller Unterstützung des Kulturpool Mittelthurgau und der Gemeinde Weinfelden.
Advertisements

Programm

dialogues_back_web

Ausstellung

So 23.8.2015

Fr/Sa/So 28./29./30.8.2015

Fr/Sa/So 4./5./6.9.2015

Öffnungszeiten

Fr 18 – 21 Uhr

Sa/So 12 – 18 Uhr

Kleines Bistro mit regionalen Produkten

Eröffnungswochenende

Samstag, 22.8.2015

17 Uhr

Ausstellungseröffnung mit einer Einführung der Kuratorin Nadja Baldini.

Wein der Gemeinde, frischer Apfelkuchen & Kaffee.

18 Uhr

Gespräch mit dem Künstler Raphael Perret und dem Psychoanalytiker und Autor Olaf Knellessen.

Kartoffelchips & Bier.

Sonntag, 23.8.2015

15 Uhr

«Mental Sculpture»: Öffentliches Wein- fabulieren mit der Künstlerin Karin K. Bühler in Anwesenheit der Weinfeldner Winzer Michael Broger und Michael Burkhart.

Mit Weinen von Broger Weinbau, Schlossgut Bachtobel, Weingut Burkhart und Weingut Wolfer, selbst gebackenem Brot & Käse.

16 Uhr

Präsentation der «Info-Structure» mit einem Gespräch zwischen dem Künstler Beat Huber und der Kuratorin Nadja Baldini.

Finissage

Sonntag, 6.9.2015

14 Uhr

Ausstellungsabschluss und Ausblick mit der Kuratorin Nadja Baldini. Präsentation der Editionen.

15 Uhr

«Terzo Paradiso»: Schlussakt in Zusammenarbeit mit den BesucherInnen und der Città dell’Arte, Bielle (IT).

Blätterteiggebäck & Bowle.

Mental Sculpture

mental sculpture_end

Karin Karinna Bühler – CH

http://www.karinna.ch/

In Zusammenarbeit mit Rebbauern aus Weinfelden lädt die Künstlerin Karin K. Bühler zum öffentlichen Weinfabulieren ein. Ausgewählte Weine von lokalen engagierten Winzern werden degustiert und kommentiert. Nicht das gängige Weinvokabular steht dabei im Vordergrund, sondern die verschiedenen Assoziationen und Erinnerungen, die das Weinprobieren bei den Teilnehmenden auslöst. Die Künstlerin selbst nennt ihre Arbeit «mentale Bildhauerei». Gemeinsam wird zum getrunkenen Wein ein mentales Bild formuliert, das anschliessend in eine Textarbeit überführt und im Ausstellungsraum präsentiert wird. Karin K. Bühlers Arbeit ist von einem Misstrauen gegenüber allgemeinen, medial vorgefertigten und schnell konsumierbaren Bildern geleitet. Reizvoller scheint für sie das Imaginäre, das vermeintlich Abwesende, das erst in der Begriffsfindung und im Austausch mit anderen Leuten eine Form erhält. Ihre Werkpräsentation in der Remise Weinfelden ist vielgestaltig. Neben dem Ereignis des Weinfabulierens verweisen die aufeinander gestapelten Weinfässer im Ausstellungsraum auf die ehemalige Nutzung der Remise als Lagerraum und sie stehen sinnbildlich für den Beginn des önologischen sowie künstlerischen Verarbeitungsprozesses. Sind zu Beginn der Ausstellung die Weinflaschen gefüllt und die Bilderrahmen noch leer, so kehrt sich dieses Verhältnis nach dem Ereignis.

Karin K. Bühler schafft mit «Mental Sculpture» einen neuen Raum, in dem sich potenzielle Bilder und Imaginationen abseits des schon Bekannten entfalten können.

Recycling Yantra

recycling_yantra1

Raphael Perret – CH

http://raphaelperret.ch/

Daneben zeigt der Künstler Raphael Perret in Weinfelden seine Arbeit «Recycling-Yantra». Sie besteht aus einem rituellen Diagramm, das der Künstler aus assortierten Elektroschrott-Teilchen kreiert hat. Ergänzt wird dieses mit einer Serie Videoarbeiten, welche während seiner mehrmonatigen Reise nach Indien entstanden sind und auf eindrückliche Weise den Recyclingprozess von Elektroschrott in Delhi dokumentieren. Minutiös werden hier Elektrogeräte in ihre Einzelteile zerlegt, um anschliessend wieder in neue, meist schadstoffhaltige Waren verwandelt zu werden.

Raphael Perret holt das Unsichtbare und Verdrängte zurück an die Oberfläche. Seine Arbeit bildet einen Kontrapunkt zur kapitalistischen Innovationslogik von Wachstum und Verbrauch sowie dem bewusst gesteuerten Verlangen nach immer neuen Dingen und Gadgets. Sein «Recycling Yantra» versteht sich als eine Adaption des tantrischen Smarahara Yantra-Symbols. Raphael Perret setzt es als ein Instrument zur Unterbrechung dieses strategisch forcierten Begehrens ein und er fordert gleichzeitig dazu auf, uns mit den Problemfeldern einer global vernetzten, von Konsum geleiteten Welt auseinanderzusetzen.

Terzo Paradiso

/Users/simonebruni/Desktop/terzo paradiso zurigo.dwg

Michelangelo Pistoletto and Cittadellarte – IT

http://www.terzoparadiso.org/

photo 2 (6)

Einen weiteren Dialog will die Aus- stellung «Zeitgenössische Kunst Dialoge: Weinfelden Kapitel 1» mit den Gestaltungsideen des italienischen Künstlers Michelangelo Pistoletto eröffnen. 1998 gründete er in einer ehemaligen Textilfabrik in Biella die Stiftung Città dell’Arte – Fondazione Pistoletto. Das Kunst- und Kulturareal widmet sich als Non-Profit-Organisation Fragen nach der ethischen Funktion der Kunst und initiiert transdisziplinäre For- schungen und Projekte im Bereich Architektur, Mode und Politik. Aus dieser Initiative ist auch Michelangelo Pistolettos Arbeit «Terzo Paradiso» entstanden. Als partizipativ angelegte, längerfristige Aktion versucht sie, lokale Experimente und Erfahrungen zu vervielfachen und daraufhin zu einem globalen System zu verknüpfen. In Weinfelden wird denn auch das Projekt «Terzo Paradiso» vorgestellt. In einer öffentlichen Aktion mit den Einwohnerinnen und Einwohnern soll vor Ort ein Zeichen gesetzt werden, das zu einer Sensibilisierung hinsichtlich der zukünftigen Gestaltung von Natur und Umwelt animieren will. Michelangelo Pistoletto hat für «Terzo Paradiso» (Drittes Paradies) ein Symbol entworfen. Es besteht aus drei Kreisen, die zusammen ein neues Zeichen für Unendlichkeit formen. Als ein Symbol des Wandels soll es als eine Art Kompass funktionieren, der die Richtung weist und uns dazu einlädt, ein neues Kapitel gesellschaftlichen Handelns aufzuschlagen. Ziel ist, die zwei gegensätzlichen Bereiche Natur und Künstlichkeit – symbolisiert durch die zwei äusseren Kreise des «Terzo Paradiso» – wieder zusammenzuführen.

Das Projekt «Terzo Paradiso» wurde 2005 erstmals an der Biennale in Venedig vorgestellt. Seit da reist es um die Welt und hinterlässt an zahlreichen Orten seine Spuren. Ab diesem Spätsommer auch in Weinfelden.

Info-Structure

info_structure2

Beat Huber – CH

http://www.eggnspoon.ch/

Die Arbeit «Info-Structure» von Beat Huber richtet sich an die einzelnen Ausstellungsbesucherinnen und -besucher und ist Ausstellungsdisplay und skulpturale Intervention zugleich. Als modellhafter Info-Stand lädt sie uns ein, einzelnen Designaspekten der Permakultur zu folgen und sich diese auf eine spielerische Weise anzueignen. Der Begriff Permakultur wird von «permanent agriculture» abgeleitet und bedeutet soviel wie «dauerhafte Landwirtschaft». Gleichzeitig bezeichnet er ein Konzept, das auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden und naturnahen Kreisläufen zielt und als Gestaltungsprinzip gesellschaftliche und kulturelle Fragen miteinbezieht.

Beat Hubers künstlerische Praxis zeichnet sich durch einen starken Orts- und Kontextbezug aus. Seine Arbeiten reagieren auf subtile Weise auf Vorhandenes, indem sie das nicht unmittelbar Sichtbare hervorheben und in einem anderen Licht präsentieren. Seine Arbeiten lesen sich wie Spuren, die aufgenommen werden können, uns mitunter aber auch in die Irre führen und oftmals erst auf den zweiten Blick eine andere Sicht auf das Gewohnte eröffnen.

Sommeratelier

Remise des Hauses zum Komitee

Frauenfelderstrasse 16 A, Weinfelden

https://www.google.com/maps

http://www.sommeratelier.ch

Seit zwanzig Jahren wird die Remise des Hauses zum Komitee in Weinfelden durch die Kulturkommission für verschiedene Kulturprojekte zur Verfügung gestellt und durch die Gemeinde Weinfelden finanziell getragen. Wichtigster und regelmässiger Anlass ist alljährlich das «Sommeratelier», das an Künstlerinnen und Künstler für drei bis sechs Monate vergeben wird, um in der Remise ein Projekt zu realisieren und ein Experiment zu wagen.

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑